Zukunftsbranche unter Druck

Überlastungserscheinungen bis hin zum Burnout-Syndrom, das sich in seinen verschiedenen Ausprägungen zu einer Art „Volkskrankheit“ entwickelt hat, sind gerade in den Gesundheits- und Sozialberufen ein prägendes Thema. Den ArbeitnehmerInnen bleibt aber die Gewissheit, in einer absoluten Zukunftsbranche tätig zu sein - mit den entsprechenden Jobwechsel- und Karrierechancen.

Mit der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft sowie der wachsenden Zahl an berufstätigen Eltern steigt der Bedarf an Pflege- und Kinderbetreuungspersonal. Gleichzeitig wird aber insbesondere in öffentlichen Einrichtungen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gespart. Im privaten Sektor wiederum sind die anfallenden Betreuungskosten von den Eltern und Angehörigen oft schwer zu tragen, da deren Gehälter mit den Steigerungen im Bereich der Wohn- und Lebenskosten oft kaum mithalten können.


Supervision und Arbeitszeitverkürzung

Unterm Strich resultiert daraus eine ständig wachsende Arbeitslast für AltenpflegerInnen, Gesunden- und KrankenpflegerInnen oder auch PädagogInnen. Das wirkt für potentiell an den Berufen interessierte Menschen eventuell abschreckend. 

Dabei wird gerade diesem Berufsstand eine besondere Leidenschaft für sein tägliches Tun zugeschrieben. Wenn allerdings zum hohen Zeit- und Leistungsdruck auch noch die ständige Konfrontation mit Krankheit, Leid und Sterben hinzu kommt, ist der Weg ins Burnout für viele gewissermaßen vorgezeichnet. Umso mehr, wenn es keine Begleitmaßnahmen wie zum Beispiel eine regelmäßige (Team-) Supervision gibt.

Die Attraktivität der Berufe steigern


Die Gewerkschaftsvertreter haben in diesem Sinn schon zum Jahresbeginn ihre Forderung nach einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung bekräftigt. Mit einer Senkung auf 35 Wochenstunden wäre „die Attraktivität in den Gesundheits- und Sozialberufen zu steigern“. Auch die Arbeitgeber würden mittelfristig davon profitieren, da sie aufgrund der zuletzt gestiegenen Burnout-Raten „meist hohe Ausfallkosten und personelle Engpässe“ zu stemmen hätten.

Was die jüngsten Diskussionen über die Flexibilisierung der Arbeitszeiten angeht, wären gerade die Pflegenden bereits in Vorleistung gegangen, meinen deren Interessenvertreter. Verständlich, wenn man z.B. an die „geteilten Dienste“ denkt: „Die Realität schaut für viele mittlerweile so aus, dass sie sogar Schwierigkeiten haben, ihre Freizeit zu planen“, meint die Gewerkschaft. „Einspringdienste“ seien „keine Ausnahme“, sondern vielfach „die Regel“. 

Top-Chancen am Arbeitsmarkt

Die Sehnsucht nach ausreichender und gut planbarer Freizeit ist darum ein verständliches Anliegen dieser DienstnehmerInnen. Insofern darf ihnen auch Mut zugesprochen werden: Was sonst, als die Gesundheits- und Sozialberufe, sind die Tätigkeiten der Zukunft? Unter diesem Gesichtspunkt können jene, die in der aktuellen Situation leiden und einem Burnout vorbeugen wollen, guten Gewissens im eigenen Betrieb nach besseren Bedingungen rufen - und sich gleichzeitig am Arbeitsmarkt mit wachsenden Chancen nach neuen Herausforderungen umschauen.